Der Lebensstandard in Deutschland ist hoch, ebenso die Kosten, um an ihm teilzuhaben. Gegenwärtig (2001) sollten dies in den alten Bundesländern
mindestens € 720,- und in den neuen Bundesländern mindestens € 540,- pro
Monat sein. Sie werden feststellen, dass Sie damit recht bescheiden leben
müssen.
An den staatlichen deutschen Hochschulen gibt es keine Studiengebühren.
Dennoch entstehen Ihnen im Zusammenhang mit dem Studium Kosten, die im
Folgenden aufgeführt werden.
Sozialgebühren
An jeder Hochschule gibt es ein „Studentenwerk", das soziale Einrichtungen
wie zum Beispiel die Mensa (das ist die „Studendenkantine"), Cafeterien,
Studentenwohnheime, Sportanlagen etc. finanziert. Alle Studenten zahlen
für die Nutzung dieser Einrichtungen "Sozialgebühren", die zurzeit
zwischen € 20,- und € 50,- pro Semester liegen. An einigen Hochschulen
wird zusätzlich zu den Sozialgebühren auch ein Betrag für das so genannte
Semesterticket erhoben, der je nach Stadt bis zu ca. € 95,- betragen kann.
Mit diesem Ticket kann man sechs Monate alle öffentlichen Verkehrsmittel
am Hochschulort und in der näheren Umgebung benutzen.
Die Bundesländer Berlin und Baden-Württemberg haben zusätzlich zu den
oben nannten Kosten eine so genannte „Verwaltungsgebühr" beziehungsweise
„Immatrikulationsgebühr“ eingeführt. Sie betragt pro Semester ca. € 55,-
(Stand 2001).
Krankenversicherung
Alle Studierenden sind bis zum 14. Fachsemester, maximal bis zum 30.
Lebensjahr, krankenversicherungspflichtig. Positiv ausgedrückt heißt das,
dass die gesetzlichen Krankenkassen Sie bis zu diesem Zeitpunkt zu Studententarifen
aufnehmen müssen. Die Krankenversicherungen zahlen, bis auf einen geringen
Eigenanteil, den Sie zusteuern müssen, Arzt- und Krankenhauskosten sowie
ärztlich verordnete Medikamente. Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung
liegen für Studierende zurzeit bei ca. € 290,- pro Semester (sechs Monate).
In diesem Beitrag ist die in Deutschland eingeführte Pflegeversicherung
bereits enthalten. Sie müssen den Beitrag vor Ihrer Einschreibung an die
Krankenkasse zahlen.
Wenn Sie bei der Einreise älter als 30 Jahre sind, sollten Sie sich unbedingt
bei einer privaten Krankenkasse versichern, denn die Arzt- und Krankenhauskosten
in Deutschland sehr hoch sind. So kostet z.B. ein Tag im Krankenhaus ca.
€ 210,-.
In Versicherungsfragen wenden Sie sich bitte an das Akademische Auslandsamt
sowie an die Allgemeine Ortskrankenkasse oder eine andere Krankenkasse
Ihrer Wahl. In der Broschüre "Ziel Deutschland/Destination Germany"
finden Sie weitere Informationen.
Gesundheitsuntersuchung
Wenn Sie für die Einreise ein Visum benötigen, wird Ihnen die deutsche
Auslandsvertretung mitteilen, ob Sie sich dafür einer Gesundheitsuntersuchung
in Ihrem Heimatland unterziehen müssen. Eine Gesundheitsuntersuchung durch
einen deutschen Arzt ist im Ausländergesetz nicht vorgeschrieben. Wenn
Sie in Deutschland Ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern wollen, handhaben
die einzelnen Bundesländer eine Gesundheitsuntersuchung unterschiedlich.
Die Ausländerbehörde Ihres Studienortes kann Sie darüber beraten.
Unfallversicherung
Alle Studierenden sind im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung
bei Unfällen an der Hochschule oder auf dem Weg dorthin versichert. Über
eine zusätzliche Unfallversicherung, die weiteren Versicherungsschutz
bietet, sollten Sie sich beim Akademischen Auslandsamt informieren.
Ausgaben für Arbeitsmittel
Kosten entstehen Ihnen auch durch den Kauf von Büchern und Arbeitsmaterial.
Je nach Studienfach können die Ausgaben leicht eine Höhe von € 230,- bis
€ 310,- und mehr pro Semester erreichen. In den meisten Studiengängen
ist zudem der Gebrauch eines Personalcomputers (PC) nicht mehr wegzudenken.
Wenn Sie jedoch nicht über einen eigenen PC verfügen, stehen Ihnen in
den meisten Fakultaten und Fachbereichen oder auch im Rechenzentrum der
Hochschule Computer-Pools zur Verfügung.
Reisekosten
Vor Buchung der Reise nach Deutschland sollten Sie sich bei verschiedenen
Reiseunternehmen nach Preisermäßigungen oder anderen Vergünstigungen für
Studierende erkundigen.