Die Unterrichtssprache an deutschen Universitäten ist Deutsch,
ausgenommen einige Aufbaustudiengänge, die in Englisch oder
anderen Fremdsprachen abgehalten werden, und die an einigen
Universitäten eingerichteten International Degree Programmes,
deren Unterrichtssprache zumindest in den ersten Semestern
Englisch ist. Es ist daher ganz wichtig, dass Sie schon
in Ihrem Heimatland gute Deutschkenntnisse erwerben. Zudem
hängt von ihren Sprachkenntrüssen sehr stark ab, wie wohl
Sie sich während Ihres Deutschlandaufenthalts fühlen werden.
Wenn Sie kein Goethe-Institut oder eine Deutschabteilung
einer Universität in der Nähe haben, sollten Sie andere
Möglichkeiten nutzen, Deutschkenntnisse zu erwerben.
Sprachprüfung
Vor Antritt des Studiums müssen Bewerber/ innen aus nicht-deutschsprachigen
Ländern die "Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang
ausländischer Studienbewerber – DSH“ ablegen. Befreien lassen
von der DSH können sich nur Studierende, die ein Abitur
in Deutschland oder an einer der anerkannten Deutschen Schulen
im Ausland abgelegt oder bestimmte Sprachdiplome des Goethe-Instituts
oder das Sprachdiplom der Konferenz der Kultusminister Stufe
II erworben haben. Die Termine für die DSH legt jede Hochschule
selber fest. Erkundigen Sie sich daher möglichst früh beim
Akademischen Auslandsamt der Hochschule Ihrer Wahl. Die
Richtlinien für die DSH sind an allen deutschen Universitäten
gleich. Die Prüfung kann in der Regel einmal wiederholt
werden.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf die DSH
Die meisten Universitäten bieten Sprachkurse zur Vorbereitung
auf die DSH an. Die Kapazitäten reichen jedoch meist nicht
aus, jeden Bewerber anzunehmen. Und auch für diese Kurse
müssen Sie bereits ein bestimmtes Niveau an Deutschkenntnissen
mitbringen. Der Erfolg Ihres Studienvorhabens und auch Ihre
persönlichen Erfahrungen in Deutschland hängen also maßgeblich
von Ihren Deutschkenntnissen ab, und Sie sollten die Reise
erst antreten, wenn Sie sich relativ sicher fühlen.
Weitere Sprachkenntnisse
In manchen Studiengängen (vor allem an der Philosophischen
Fakultät) müssen die Studierenden neben Deutsch noch weitere
Sprachkenntnisse wie etwa Latein oder Französisch vorweisen.
Wenn diese noch nicht vorhanden sind, können sie in der
Regel in speziellen Kursen nachgeholt werden. Bedenken Sie
aber, dass Sie dadurch eine Menge Zeit verlieren.
Hochschulzugangsberechtigung und "Feststellungsprüfung"
Ob Sie direkt zum gewünschten Fachstudium zugelassen werden,
hängt vor allem von der Anerkennung Ihres Sekundarabschlusszeugnisses
als Hochschulzugangsberechtigung ab. Im Anhang finden Sie
Angaben über die Möglichkeit der direkten Zulassung zum
Fachstudium bzw. dazu, ob Sie vor der Einschreibung die
"Feststellungsprüfung" ablegen müssen. Korrekt
heißt sie "Prüfung für die Feststellung der Eignung
ausländischer Studienbewerber für die Aufnahme eines Studiums
an Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland“. Das Akademische
Auslandsamt Ihrer Wahluniversität wird Sie in dieser Frage
beraten. Teil der Feststellungsprüfung ist die Sprachprüfung.
Wenn Sie bereits im Heimatland einige Semester studiert
haben, können besondere Bedingungen für die Zulassung gelten.
In der Regel können Sie direkt zum Studium in Deutschland
zugelassen werden, wenn sie 2 Semester erfolgreich in Ihrem
Heimatland studiert haben. Auch hier wenden Sie sich am
besten an das Akademische Auslandsamt. Bewerber, die die
Feststellungsprüfung ablegen müssen, sollten unbedingt das
vorbereitende Studienkolleg besuchen.
Studienkolleg
Das Studienkolleg bereitet ausländische Studierende auf
die Feststellungsprüfung vor. Der Besuch des Kollegs ist
zwar nicht vorgeschrieben, in Ihrem eigenen Interesse wird
Ihnen aber dringend dazu geraten, da die Feststellungsprüfung
sonst eventuell eine zu große Hürde ist. Auch für die Aufnahme
ins Studienkolleg brauchen Sie bereits gute Deutschkenntnisse.
Die Studienkollegs bieten vorbereitende Sprachkurse für
die Aufnahme ins Kolleg an, aber meist sind auch dies keine
Anfängerkurse. Bedenken Sie auch, wie viel Zeit Sie dann
noch vor sich haben, bis Sie endlich Ihr Ziel, die Universität,
erreicht haben.
Die Adressen der Studienkollegs finden Sie hier: www.studienkollegs.de.
Nach der Aufnahme ins Studienkolleg sind Sie schon auf dem
Weg in Richtung Fachstudium. Sprachlich und fachlich werden
Sie je nach Studienwunsch im so genannten T-Kurs auf technische,
und mathematische und naturwissenschaftliche (außer Biologie)
Studienfächer vorbereitet, im M-Kurs auf Medizin, Pharmazie,
Biologie und verwandte Fächer, im W-Kurs auf wirtschafts-
und sozialwissenschaftliche Studienfacher, im G-Kurs auf
alle geisteswissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen
und künstlerischen Studienfächer sowie Germanistik, im S-Kurs
auf alle sprachlichen Studienfächer (außer Germanistik).
Anders als die Universität hat das Studienkolleg noch schulischen
Charakter. Sie lernen in einem festen Klassenverband und
müssen anwesend sein. Das Wochenpensum umfasst in der Regel
32 Stunden, im Sommer gibt es sechs, über Weihnachten und
Neujahr zwei und im Frühjahr noch einmal drei Wochen Ferien.
Die Ausbildung am Studienkolleg dauert in der Regel zwei
Semester, d.h. ein Jahr. Unter bestimmten Voraussetzungen
kann jedes Semester einmal wiederholt werden. Am Ende steht
die Feststellungsprüfung, in der in jedem Fall Deutsch sowie
zusätzliche Fächer aus dem jeweiligen Themengebiet geprüft
werden:
im T-Kurs Mathematik (einschließlich Informatik), Physik
oder Chemie;
im M-Kurs Biologie und/oder Chemie, Physik oder Mathematik;
im W-Kurs Mathematik, Volkswirtschaftslehre/Betriebswirtschaftslehre;
im G-Kurs Geschichte, Deutsche Literatur bzw. Englisch,
Sozialkunde/Geographie;
im S-Kurs eine zweite Fremdsprache, Geschichte oder Sozialkunde/Geographie
oder Deutsche Literatur.