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Was ist eine Fachhochschule?

Während man sich unter Universitäten und Technischen Universitäten auch im Ausland etwas vorstellen kann, handelt es sich bei den Fachhochschulen um eine deutsche Besonderheit, die in dieser Form auf eine erst sehr junge Tradition zurückblickt. Gleichwohl erfreut sie sich schnell wachsender Beliebtheit - schon rund ein Viertel aller deutschen Studienanfänger entscheidet sich für die Fachhochschule. Die Zahl der Studierenden an Fachhochschulen ist heute fünfmal so hoch wie zur Zeit ihrer Gründung. 32 Prozent aller Hochschulabsolventen (Stand 2001) kommen inzwischen von einer Fachhochschule. In einzelnen Bereichen, wie den Ingenieurberufen, hat mehr als die Hälfte eine Fachhochschule absolviert.

Besondere Kennzeichen: Praxisbezug, schnelleres Studium

Was die Studierenden dabei verlockt, ist vor allem der schnellere Weg in den Beruf. Denn das Studium an Fachhochschulen - und das ist sein besonderes Kennzeichen - ist sehr praxisorientiert. Straff organisierter Studienablauf, Unterricht in kleinen Gruppen, studienbegleitende Prüfungen und ein an den Notwendigkeiten der beruflichen Praxis ausgerichtetes Fächerangebot ermöglichen durchschnittlich kürzere Studienzeiten als in Universitätsstudiengängen üblich.
Die vorlesungsfreien Zeiten ("Semesterferien") sind meist kürzer. Das bedeutet keinen Verzicht auf Wissenschaftlichkeit - an Fachhochschulen wird nicht nur gelehrt, sondern auch geforscht. Aber diese Forschung ist praxisorientiert und in hohem Maße anwendungsbezogen. Daraus folgt, dass so genannte Exotenfächer und rein theoretisch ausgerichtete Studiengänge an der Fachhochschule nicht zu finden sind. Das Fächerangebot ist besonders auf den Bedarf an akademisch ausgebildeten Praktikern in Ingenieurberufen, in der Betriebswirtschaft, im Bereich Design und im Sozialwesen ausgerichtet. Der Studienabschluss an einer Fachhochschule ist in der Regel das Diplom (FH). Durch das neue Hochschulrahmengesetz (HRG) wurde die Möglichkeit geschaffen, Studiengänge mit den international kompatiblen Graden "Bachelor" und "Master" abzuschließen. Davon machen mittlerweile immer mehr Fachhochschulen Gebrauch.

Zur Geschichte der Fachhochschulen

Die deutschen Fachhochschulen sind eine Frucht der Bildungsdiskussion der späten 60er-Jahre. Die Notwendigkeit, die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten, führte zu der Forderung nach immer besser qualifizierten Mitarbeitern, die praktische Aufgaben auf der Basis einer akademischen Ausbildung schnell und erfolgreich lösen können. Hier setzten die Fachhochschulen an.

Gleiche Bedeutung wie Universitäten

Zumeist entstanden sie aus Einrichtungen, die, oft nur auf einzelne Fächer bezogen, berufliche Ausbildung einer gehobenen Stufe ohne wissenschaftlichen Anspruch anboten; solche Einrichtungen waren etwa Ingenieurschulen oder Höhere Wirtschaftsfachschulen. Ein Beschluss der Kultusminister der Länder von 1969 - da die Länder in Deutschland die "Kulturhoheit" haben, untersteht ihnen das Bildungswesen mit allen Hochschulen - und das Hochschulrahmengesetz des Bundes von 1976 hoben dann die Fachhochschulen auf die gleiche Ebene wie Universitäten und diesen vergleichbare Einrichtungen: auch Fachhochschulen sind im Rahmen der Landesgesetze autonom, das heißt, die Freiheit von Forschung und Lehre und die akademische Selbstverwaltung sind garantiert. Seither ist die Differenzierung des Hochschulsystems durch weiteren Auf- und Ausbau der Fachhochschulen ausgesprochenes Ziel der Politik von Bund und Ländern.
Mit der Vereinigung Deutschlands hat diese Aufgabe eine neue Dimension gewonnen. Dabei konnte in den neuen Bundesländern unter anderem auf Einrichtungen aufgebaut werden, die den Fachhochschulen der alten Bundesländer vom akademischen Niveau her verwandt waren, wie z.B. die Ingenieurhochschulen. Daneben entstanden Fachhochschulen - ebenso wie in den alten Bundes ländern - aus Ingenieurschulen und anderen Fachschulen.

Was die Fachhochschulen bieten

Große Vielfalt

Schon von der Zahl her stellen die Fachhochschulen ein breites Angebot für die Studierenden dar. Mehr als 150 stehen zur Auswahl. Daneben gibt es 31 verwaltungsinterne Fachhochschulen, die von Bund und Ländern für eigene Zwecke unterhalten werden und daher nur Angehörigen des deutschen öffentlichen Dienstes offen stehen. Die übrigen Fachhochschulen aber sind generell zugänglich, natürlich auch Ausländern. Getragen und finanziert werden sie überwiegend ebenfalls von den Ländern. Daneben gibt es 44 staatlich anerkannte Fachhochschulen in kirchlicher (19) oder nichtstaatlicher (25) Trägerschaft. Zu erwähnen sind außerdem die Fachhochschulstudiengänge an den fünf deutschen Universitäten-Gesamthochschulen, einem Hochschultyp, der durch Integration von Universität, Pädagogischer Hochschule, Fachhochschule und - mit Einschränkung - Kunsthochschule entstanden ist und den Studierenden noch während des Studiums größere Auswahlmöglichkeiten zwischen Studiengängen und Abschlüssen bietet. Schließlich bieten auch vier bayerische Universitäten Fachhochschulstudiengänge an.

Von den Alpen bis zur Nordsee

Geographisch sind die Fachhochschulen über alle Bundesländer verteilt. So kann man im Voralpenland ebenso studieren wie an Nord- oder Ostsee, am Rhein oder in der Lüneburger Heide. Nicht selten finden sich Fachhochschulen auch in kleineren, wenig bekannten, aber reizvollen Orten, woraus sich Vorteile für die Lebens- und Studienqualität ergeben können.

Forschen für die Region

Der regionale Bezug der eigenen Arbeit gehört mit zum Selbstverständnis der Fachhochschulen. Vielfach sind sie der Wirtschaft und Verwaltung ihrer Region durch konkrete Zusammenarbeit in Forschung und Lehre verbunden. Mehr als die Universitäten verstehen sie sich dabei als Dienstleistungsunternehmen ihres jeweiligen geographischen Raumes. In vielen Fällen bieten Fachhochschulen Wirtschaftsberatung und spezielle Einrichtungen für den Technologietransfer von der Forschung in die betriebliche Praxis. Viele Diplomarbeiten entstehen in Zusammenarbeit von Fachhochschule und Betrieben. Die Notwendigkeiten der Arbeitswelt bleiben damit für die Studierenden in Sichtweite und werden in ihr Studium integriert. So kommt es, dass auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die Absolventen der Fachhochschule nicht selten besser sind als die von Universitätsabsolventen vergleichbarer Fachrichtung.

Internationale Zusammenarbeit

Ungeachtet ihrer regionalen Verwurzelung sind die Fachhochschulen seit Abschluss der Aufbau- und Konsolidierungsphase bestrebt, Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Hochschulen zu schließen und das Studium ihrer Studierenden im Ausland wie auch das Ausländerstudium zu fördern. Viele Fachhochschulen bieten daher international ausgerichtete Studiengänge an, die mit einem Doppeldiplom - also dem deutschen und einem ausländischen akademischen Grad - abschließen; außerdem können während eines Auslandsstudiums zusätzliche Diplome und Zertifikate erworben werden.

Breites Fächerangebot

Das Fächerangebot der Fachhochschulen umfasst elf Fachrichtungen mit Untergliederungen, wobei allein das Ingenieurwesen rund 25 verschiedene Studiengänge aufweist. Weitere Fachrichtungen sind Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege, Sozialwesen, Gesundheit und Therapie, Religionspädagogik, Mathematik, Informatik, Informations- und Kommunikationswesen, Kunst, Design und Restaurierung. Zur neuen Fachrichtung informations- und Kommunikationswesen zählen die Studiengänge Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationswesen, Dolmetschen, Übersetzen, Museumskunde, aber auch nur singulär vorkommende Studiengange wie Medienwirtschaft, Technische Redaktion, Buchhandel/Verlagswirtschaft u.a.
Mit diesem Angebot - siehe hierzu die tabellarische Zusammenstellung im Anhang - sind die Fachhochschulen inzwischen zu einer tragenden Säule des deutschen Hochschulwesens geworden. Rund 440.000 Studierende, davon mehr als 30.000 Ausländer/innen, studieren heute an den Fachhochschulen. Nachteil des Andranges: Auch an den Fachhochschulen gibt es inzwischen in etlichen Fächern harte Zulassungsbeschränkungen.


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