Große Vielfalt
Schon von der Zahl her stellen die Fachhochschulen ein breites Angebot für die
Studierenden dar. Mehr als 150 stehen zur Auswahl. Daneben gibt es 31
verwaltungsinterne Fachhochschulen, die von Bund und Ländern für eigene
Zwecke unterhalten werden und daher nur Angehörigen des deutschen öffentlichen
Dienstes offen stehen. Die übrigen Fachhochschulen aber sind generell
zugänglich, natürlich auch Ausländern. Getragen und finanziert werden
sie überwiegend ebenfalls von den Ländern. Daneben gibt es 44 staatlich
anerkannte Fachhochschulen in kirchlicher (19) oder nichtstaatlicher
(25) Trägerschaft. Zu erwähnen sind außerdem die Fachhochschulstudiengänge
an den fünf deutschen Universitäten-Gesamthochschulen, einem Hochschultyp,
der durch Integration von Universität, Pädagogischer Hochschule, Fachhochschule
und - mit Einschränkung - Kunsthochschule entstanden ist und den Studierenden
noch während des Studiums größere Auswahlmöglichkeiten zwischen Studiengängen
und Abschlüssen bietet. Schließlich bieten auch vier bayerische Universitäten
Fachhochschulstudiengänge an.
Von den Alpen bis zur Nordsee
Geographisch sind die Fachhochschulen über alle
Bundesländer verteilt. So kann man im Voralpenland ebenso studieren
wie an Nord- oder Ostsee, am Rhein oder in der Lüneburger Heide. Nicht
selten finden sich Fachhochschulen auch in kleineren, wenig bekannten,
aber reizvollen Orten, woraus sich Vorteile für die Lebens- und Studienqualität
ergeben können.
Forschen für die Region
Der regionale Bezug der eigenen Arbeit gehört
mit zum Selbstverständnis der Fachhochschulen. Vielfach sind sie der
Wirtschaft und Verwaltung ihrer Region durch konkrete Zusammenarbeit
in Forschung und Lehre verbunden. Mehr als die Universitäten verstehen
sie sich dabei als Dienstleistungsunternehmen ihres jeweiligen geographischen
Raumes. In vielen Fällen bieten Fachhochschulen Wirtschaftsberatung
und spezielle Einrichtungen für den Technologietransfer von der Forschung
in die betriebliche Praxis. Viele Diplomarbeiten entstehen in Zusammenarbeit
von Fachhochschule und Betrieben. Die Notwendigkeiten der Arbeitswelt
bleiben damit für die Studierenden in Sichtweite und werden in ihr Studium
integriert. So kommt es, dass auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt
für die Absolventen der Fachhochschule nicht selten besser sind als
die von Universitätsabsolventen vergleichbarer Fachrichtung.
Internationale Zusammenarbeit
Ungeachtet ihrer regionalen Verwurzelung sind
die Fachhochschulen seit Abschluss der Aufbau- und Konsolidierungsphase
bestrebt, Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Hochschulen zu
schließen und das Studium ihrer Studierenden im Ausland wie auch das
Ausländerstudium zu fördern. Viele Fachhochschulen bieten daher international
ausgerichtete Studiengänge an, die mit einem Doppeldiplom - also dem
deutschen und einem ausländischen akademischen Grad - abschließen; außerdem
können während eines Auslandsstudiums zusätzliche Diplome und Zertifikate
erworben werden.
Breites Fächerangebot
Das Fächerangebot der
Fachhochschulen umfasst elf Fachrichtungen mit Untergliederungen, wobei
allein das Ingenieurwesen rund 25 verschiedene Studiengänge aufweist.
Weitere Fachrichtungen sind Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege,
Sozialwesen, Gesundheit und Therapie, Religionspädagogik, Mathematik,
Informatik, Informations- und Kommunikationswesen, Kunst, Design und
Restaurierung. Zur neuen Fachrichtung informations- und Kommunikationswesen
zählen die Studiengänge Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationswesen,
Dolmetschen, Übersetzen, Museumskunde, aber auch nur singulär vorkommende
Studiengange wie Medienwirtschaft, Technische Redaktion, Buchhandel/Verlagswirtschaft
u.a.
Mit diesem Angebot - siehe hierzu die tabellarische Zusammenstellung
im Anhang - sind die Fachhochschulen inzwischen zu einer tragenden Säule
des deutschen Hochschulwesens geworden. Rund 440.000 Studierende, davon
mehr als 30.000 Ausländer/innen, studieren heute an den Fachhochschulen.
Nachteil des Andranges: Auch an den Fachhochschulen gibt es inzwischen
in etlichen Fächern harte Zulassungsbeschränkungen.