Kiew, 14.06.2004
Am Montag, 24. Mai 2004, hat in der Deutschen Botschaft
erstmals eine feierliche Übergabe der DAAD-Stipendienurkunden
stattgefunden. Bevor die rund zwanzig glücklichen
Kiewer Neustipendiaten ihre Urkunde durch den deutschen
Botschafter, Herrn Dietmar Stüdemann, erhalten haben,
hatten sie Gelegenheit, mit acht früheren DAAD-Alumni
aus Kiew einen Erfahrungsaustausch durchzuführen
(Moderation DAAD-Büroleiter zusammen mit dem Kulturreferenten
der Deutschen Botschaft, Herrn Arno Kirchhof).
Der Erfahrungsaustausch war für die Neustipendiaten
außerordentlich informativ, eine Stunde hat kaum
gereicht, um alle Fragen zu beantworten. Hierbei ging
es oft um sehr konkrete praktische Dinge wie Fragen der
Immatrikulation und des Visumserwerbs, aber auch grundsätzliche
Unterschiede zwischen dem deutschen und dem ukrainischen
Studiensystem und Studienalltag wurden angesprochen. So
konnte eine frühere ERP-Stipendiatin (Studienjahr
1999/2000) den vier neuausreisenden Kiewer ERP-Stipendiaten
Hinweise dazu geben, nicht – wie in der Ukraine üblich
– einen zeitlich vollen Stundenplan anzustreben, sondern
besser aus dem Lehrangebot nur wirklich passende und vom
Stoff her zu bewältigende Veranstaltungen zu besuchen,
da diese intensiv vor- und nachzubereiten seien. Insgesamt
hat der Erfahrungsaustausch gezeigt, dass es äußerst
lohnenswert ist, ähnliche Veranstaltungen in der
Zukunft weiterhin durchzuführen – vielleicht einmal
auch in Charkiv oder in Lemberg?
Im Anschluss an diesen kleinen Kreis haben sich circa
vierzig weitere Kiewer DAAD-Alumni im Atrium der Botschaft
eingefunden. Botschafter Stüdemann hat alle früheren
und neuen Stipendiaten herzlich willkommen geheißen
und seine Glückwünsche ausgesprochen. Daraufhin
hatte Herr Dr. Sandhop Gelegenheit, in einer kurzen Ansprache
die Hoffnung des DAAD zu erläutern, dass die Stipendienzeit
zum Beispiel auch dazu genutzt wird, an der Gasthochschule
die Ukraine als Studien- und Forschungsstandort bekannter
zu machen, indem etwa von der Heimatuniversität berichtet
wird. Und umgekehrt: Rückkehrende DAAD-Stipendiaten
sind hervorragend geeignet, um in der Ukraine von ihren
Erlebnissen in Deutschland zu erzählen und so bei
den Kommilitonen oder Kollegen zu Hause das Interesse
zu wecken, selbst einen akademischen Aufenthalt in Deutschland
durchzuführen. Kontakte sind ja durch die Stipendiaten
nun gegeben!
Nach der Übergabe-Zeremonie hat der Botschafter
alle Gäste zu einem Empfang eingeladen, und es gab
Gelegenheit, in kleinen Grüppchen weitere Gespräche
zu führen. Hierbei ist allen klar geworden, wie dringend
notwendig es ist, dass der ukrainische DAAD-Alumni-Klub
„Asociacija ukrajins´kych stipendiativ DAAD“ aktiver
wird und sich als Austauschforum anbietet.