Am 18. Mai 2006 haben sich zum dritten Mal die Mitglieder
des Ukrainischen Hochschulgermanistenverbandes zu einer
Jahrestagung in Kiew versammelt. Thema diesmal war die
„Sprachliche Kommunikation in der postindustriellen
Gesellschaft“. Die Germanistenkonferenz wurde vom
Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziell
und organisatorisch unterstützt.
Neben ca. 60 Germanistinnen und Gemanisten aus der ganzen
Ukraine fanden sich im Konferenzsaal der Linguistischen
Universität auch die Vertreter der deutschen Kulturmittlerorganisationen
ein. Neben dem DAAD war das Goethe Institut Kiew mit seiner
Leiterin Marion Haase und Olaf Bollbrinker (Abteilung
Bildungskooperation) vertreten, von der Zentralstelle
für das Auslandsschulwesen (ZfA) kam der Fachberater
Christian Ax. Der Leiter der Kulturabteilung der Deutschen
Botschaft Kiew, Jean-Pierre Froehly, hat insbesondere
die Brückenfunktion hervorgehoben, die die ukrainische
Germanistik in den deutsch-ukrainischen Beziehungen einnimmt.
Zu Beginn der Tagung hat aber zunächst der Präsident
des Germanistenverbandes, der DAAD-Alumnus Prof. Taras
Kyjak (Kiew), das Wort ergriffen: Eine Datenbank über
die Mitglieder des Verbandes soll erstellt werden (bisher
sind rund 55 Lehrstühle landesweit im Verband vertreten),
ein Materialienband mit Beiträgen der letztjährigen
Tagung ist erschienen, der Verband hat zwei Informationsbulletins
herausgebracht. Erfreulicherweise steht einer Akkreditierung
der wissenschaftlichen Zeitschrift „Germanistik
in der Ukraine“ durch die Oberste Akkreditierungskommission
(VAK) offenbar nichts mehr im Wege: Hierin können
germanistische Fachbeiträge von Mitgliedern des Verbandes
veröffentlicht werden – möglichst in deutscher
Sprache.
Aus Lemberg kam die Präsidentin des Ukrainischen
Deutschlehrer- und Germanistenverbandes, Dr. Alla Paslawska
(auch sie ist ehemalige Stipendiatin des DAAD), und hat
über Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten
im Bereich der Deutschausbildung an Schulen und Hochschulen
gesprochen. Sie kam nach Kiew auf Einladung des Präsidenten
des Ukrainischen Hochschulgermanistenverbandes. Beide
Präsidenten haben im Verlauf der Tagung Möglichkeiten
der fachlichen Zusammenarbeit ausgelotet.
Am Nachmittag haben die Teilnehmer sich in fünf
Arbeitsgruppen aufgeteilt und fachliche Fragen erörtert,
die von klassischen germanistischen Fächern (Phonetik,
Lexik, Morphologie) über kontrastive deutsch-ukrainische
Studien bis hin zu Auswirkungen des Bologna-Prozesses
auf etwa Fragen der Didaktik reichten. Zum Bolognaprozess
und zur Internationalisierung der Hochschule hat auch
Helga Peppel, DAAD-Lektorin Donec´k, zuvor einen
Beitrag gehalten.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit wird der Verband,
insbesondere seine Verwaltung, viele organisatorische
Aufgaben und Herausforderungen anzugehen haben: So muss
etwa dringend eine Homepage des Verbandes hergestellt
werden. Hier sind insbesondere die Computerlinguisten
unter den Mitgliedern aufgerufen!