|
Alumni-Seminar „Neue
Eliten für die Ukraine? Bildung, Demokratie und Zivilgesellschaft“
in Lemberg am 10.12.2005.
Am 10.12.2005 fand im Lemberger Hotel „Suputnyk“
ein Alumniseminar mit dem Titel „Neue Eliten für
die Ukraine? Bildung, Demokratie, Zivilgesellschaft“
statt, zu dem die Deutsche Botschaft (Kulturreferent Jean-Pierre
Froehly) Alumni des DAAD und der Alexander von Humboldt Stiftung
eingeladen hatte und das gemeinsam von der Deutschen Botschaft
und dem DAAD-IC Kiew durchgeführt wurde.
Mehr als hundert frühere Stipendiaten des DAAD und der
Alexander von Humboldt Stiftung haben leidenschaftlich und
kontrovers miteinander diskutiert. In einem Punkt waren sich
aber alle Teilnehmer und Gäste des Seminars einig: Akademische
Eliten, die auch moralische und politisch-gesellschaftliche
Verantwortung tragen sollen, können nicht immer wie gewünscht
gefördert und herausgebildet werden, da zu sehr noch
alte, von der Sowjetunion geerbte Strukturen im ukrainischen
Hochschulwesen und in der Akademie der Wissenschaften einen
echten Wettbewerb blockieren. An die Spitze gelangen nicht
immer nur die Allerbesten und die Talentiertesten.
Auch wurde die Rolle der Internationalisierung von Forschung
und Lehre angesprochen - so hatte Frau Kateryna Maksym (Vizepräsidentin
der Mohyla Akademie) den Zusammenhang zwischen Internationalisierung
und Elitenbildung herausgearbeitet und das Beispiel der Mohyla
Akademie erläutert. An dieser und an einigen anderen
ukrainischen Universitäten führen unabhängige
Aufnahmetests inzwischen dazu, dass ausschließlich die
individuelle Qualifikation des Bewerbers Kriterium zur Erlangung
eines Studienplatzes ist.
Prof. Volodymyr Kuznjetsow (Institut für Philosophie
der Akademie der Wissenschaften), Dr. Alexander Gabowitsch
(Institut für Physik der Akademie der Wissenschaften)
und Dr. Igor Shevchenko (Institut für Chemie der Akademie
der Wissenschaften) haben die Struktur der Akademie der Wissenschaften
der Ukraine auf den Prüfstand gestellt.
Das Informationszentrum (IC) des DAAD in Kiew hat insbesondere
auf die Rolle einer akademischen Mittlerorganisation im Zusammenhang
mit Elitenförderung aufmerksam gemacht, außerdem
wurde auf die besonderen Fördermöglichkeiten der
DAAD-Alumni durch den DAAD hingewiesen. Vier DAAD-Lektoren
in der Ukraine (Kati Brunner, Helga Peppel, Andy Heusinger
und Dr. Siegbert Klee) haben über ihre individuellen
Erfahrungen an ihren Gasthochschulen berichtet.
Die beiden Honorarkonsuln der Bundesrepublik Deutschland in
der Ukraine, Frau Dr. Myroslawa Djakowytsch (Nationale Universität
Lemberg) und Prof. Viktor Kalaschnikov (Technische Universität
Donec´k) haben ebenfalls am Seminar teilgenommen: Prof.
Kalaschnikov erläuterte, wie die Kooperation mit der
Technischen Universität Magdeburg die Ausbildung einer
ingenieurwissenschaftlichen Elite unterstützt, Frau Dr.
Djakowytsch unterstrich die Relevanz des Themas im Zusammenhang
mit der Entwicklung einer ukrainischen Zivilgesellschaft.
 |
| V.l.n.r.:
Jean-Pierre Froehly (Kulturreferent Deutsche Botschaft
Kiew), Kateryna Maksym (Mohyla-Akademie Kiew), Dr.
Martin Sandhop (Leiter des DAAD-IC Kiew) |
|
|
|
|